Geografie und Geschichte

Hawaii ist weiter von jeder größeren Landmasse entfernt (3.200 km) als irgendein anderes
Fleckchen auf der Welt. Die isolierte Lage in den endlosen blauen Weiten des Pazifischen
Ozeans hat Hawaii geprägt. Die Inselgruppe besteht insgesamt aus 8 Hauptinseln und
129 weiteren  Inseln, Inselchen und Atollen.
Archäologische und linguistische Forschungen legen den Schluss nahe, dass die Wurzeln
der Polynesier in Südostasien liegen. Die Spur der frühen Seefahrer lässt sich bis ins
dritte vorchristliche Jahrtausend zurückverfolgen – in Etappen über das Bismarckarchipel,
Salomonen, nach Vanuatu, Fidschi, über Samoa. Danach war erst einmal 1000 Jahre
Besiedlung und  navigatorische Erfahrungen angesagt. Schließlich ging die Fahrt weiter über
die Marquesas-Inseln, nach Taihiti, Neuseeland und Hawaii.
Da sich die Hawaiianer der begrenzten Ressourcen ihrer neuen Inselheimat bewusst waren,
gingen sie sehr liebevoll und sorgsam mit der Natur um.

Die hawaiianische Geschichte liest sich wie ein Abendteuerroman mit Königen, Helden und
Göttern. Die Götter waren Akteure von zahlreichen Liebesdramen, sie waren sehr eng mit den
Menschen verbunden, konnten deren Gestalt annehmen, sich jedoch auch durch alle Natur-

phänomene und Elemente zeigen.

Die mächtigsten Gottheiten der althawaiianischen Religion sind Lono, Kane, Kanaloa und
Ku. Pele, die Göttin des Feuers und des Vulkans ist wohl die berühmteste der
hawaiianischen Götter. Es gibt sehr viele Geschichten über sie, und die anhaltende spirituelle
Verehrung dieser Gottheit zeigt, dass die traditionelle hawaiische Spiritualität trotz des 190 Jahre
währenden christlichen Einflusses immer noch lebendig ist.

Jede Tätigkeit wurde mit einem Gebet begonnen und alles Schöne und Gute wurde als Gabe
der Götter angesehen. Die Zwiesprache mit einem Gott war nicht nur ein Akt der Meditation,
sondern eine Lebensweise. Da sie keine Schrift kannten, überlieferten die Hawaiianer ihre
Geschichte mündlich sowie in Form von Gesängen und Hula. Technologische Entwicklungen
gab es keine.

Durch die Isolation konnte der hawaiianische Schamanismus unverfälscht die Jahrhunderte
überdauern. Fragmente dieser Lebensphilosophie sind heute wieder unter der Bezeichung
"Huna" bekannt. Diese Lebensphilosophie des Verborgenen wurde von den verschiedenen
Herrscherfamilien gelebt. Nach der hawaiianischen Mythologie ging die Linie der herrschenden
Könige zurück auf den Schöpfungsgott „Wakea“ und den Halbgott „Maui“. Die Schöpfungs-
mythologie ist sehr umfassend und es wirkten zahlreiche Götter und Göttinnen tatkräftig mit.

 

Mit der „zufälligen“ Entdeckung Hawaiis 1778 durch Captain James Cook war  die lange
Isolation beendet. Das Leben der Hawaiianer sollte sich gravierend verändern. Cook nannte
die Inselgruppe nach seinem Förderer, dem Earl of Sandwich "Sandwich-Inseln".

Zwischen 1778 und 1799 liefen ca. 45 Schiffe das Archipel an und führten Krankheitserreger,

Alkohol, Waffen, und Huftiere ein. Die Folgen waren verheerend, in nicht einmal 100 Jahren
waren 90 Prozent der hawaiianischen Ureinwohner tot.

Der Sittenverfall sowie das Machtvakuum haben der Christianisierung Tür und Tor geöffnet.
Angeführt von Reverend Hiram Bingham begann ab 1820 die
Ausbreitung des
Christentums
. Mit Erlaubnis von Kamehameha II wurde die erste Kirche gebaut.

 

Folgende hawaiianische Monarchen sind überliefert:

Kamehameha I                                           1795 – 1819

Loholiko (Kamehameha II)                        1819 – 1824

Kauikeaouli (Kamehameha III)                  1825 – 1854

Alexander Liholiko (Kamehameha IV)     1854 – 1863

Lot Kamehameha (Kamehameha V)       1863 – 1872

William C. Lunalilo                                      1873 – 1874

David Kalakaua                                          1874 – 1891

Lili´ Uokalani                                                1891 - 1893   

 

Die Missionare errichteten Schulen und erfassten die hawaiianische Sprache schriftlich.
Sie arbeiteten als Ärzte, Pfarrer und Lehrer. Ihre Nachkommen verschafften sich im
Laufe der Zeit einflussreiche Positionen, stürzten die Monarchie  und übernahmen als
Oligarchen  die Herrschaft.

Riesige Agrarflächen wurden an Ausländer verkauft und es wurden zahlreiche Zuckerrohr-
plantagen
errichtet. Als Begründer des Ananas-Anbaus auf Hawaii gilt
James Dole
(1877 – 1958)
. Durch den Arbeitskräftemangel auf den Pflanzungen kamen ab 1852
zahlreiche Arbeiter aus China, Portugal, Skandinavien, Deutschland, Russland und Puerto
Rico. Später wanderten in großem Stil ebenfalls Arbeiter aus Japan und den Philippinen ein.

All diese Menschen bildeten die Basis der multi-ethnischen Bevölkerung des heutigen
Hawaii.
Unter Kalakauas Regierung kam es zu einer Renaissance des hawaiianischen
Kulturgutes
.

Er erbaute den prächtigen Iolani-Palast  und unternahm als erster Regent eine Weltreise.

Bei einem Besuch in Washington D.C. handelte er einen Wirtschaftsabkommen aus,
nach dem hawaiianischer Zucker zollfrei in die USA eingeführt werden konnte.
Als Gegenleistung erhielten die Vereinigten Staaten das Recht, bei Pearl Harbor einen Militär-
stützpunkt einzurichten. Somit entstand eine Abhängigkeit und demzufolge war der
amerikanische Einfluss nicht mehr zu stoppen.

Die letzte Monarchin Hawaiis Prinzessin Lydia Kamakaeha Liliuokalani bestieg 1891

den Thron. Sie war eine starke und brillante Frau und hegte eine tiefe Liebe zu ihrem Volk.

7 Monate nach der Thronbesteigung starb ihr Ehemann. Die Königin plante eine neue Ver-
fassung und wollte das Wahlrecht auf die Ureinwohner und eingebürgerte Hawaiianer
beschränken. Diese Ankündigung nutzten antiroyalistische Amerikaner als Vorwand für
einen Aufstand.

Am 17. Januar 1893 ließ John. B. Stevens, der US-amerikanische Botschafter in
Hawaii die Besatzung des Kriegsschiffes U.S.S. Boston landen.
Die Putschisten drangen in den Iolani-Palast ein und forderten die Königin zur
Abdankung auf.

Eine provisorische Regierung unter Sanford Dole (1844-1926) übernahm die Geschäfte.

US-Präsident Grover Cleveland versuchte die Monarchie wiederherzustellen, doch die
Revolutionäre widersetzten sich. Der nächste Präsident  der Vereinigten Staaten,
William McKinley unterzeichnete 1898 völlig skrupellos die
Annexionsurkunde
und ernannte Sanford Dole zum Gouverneur. Nach längerem "Hausarrest" durfte Königin
Liliuokalani in ihr Heim Washington Place zurückkehren. Sie setzte sich bis zu ihrem Tod
1917 weiter für das Wohl ihres Volkes ein.

In seinen Memoiren notierte US-Präsident Cleveland: „Hawaii gehört uns.
Rückblickend... bedaure ich das Ganze... und schäme mich.“

 

Unter US-amerikanischer Flagge schickte Hawaii 9800 Soldaten in den ersten Weltkrieg.
Mit wachsender Ausdehnung der Plantagen und mit zunehmendem Tourismus wurden die
Inseln immer wohlhabender.

Der Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 eröffnete die amerikanischen
Kriegshandlungen im Pazifik
. Der Angriff von insgesamt 360 japanischen Bombern wurde
von Flugzeugträgern aus gestartet und verlief in vier Wellen.  Die US-amerikanische Pazifik-
flotte wurde vernichtet und 2323 Menschen wurden getötet.
US-Präsident Franklin D. Roosevelt erklärte noch am selben Tag Japan den Krieg.

Am 21. August 1959
wurde im akerikanischen Kongress die Hawaii State Bill
verabschiedet und Präsident Dwight Eisenhower fügte der amerikanischen Flagge
einen weiteren Stern hinzu.
Diese Entwicklung löste einen gewaltigen Bauboom aus und immer mehr Touristen
strömten nach Honolulu – Waikiki.
Trotz des gewaltigen Ausmaßes des Tourismus und des „American way of Life“ blieb
das alte Wissen erhalten und wurde innerhalb bestimmter Familien traditionell weiter-
gegeben.
Aufgrund der aktuellen Entwicklung auf unserem Planeten Erde, haben sich diese
„Eingeweihten“ entschlossen, die Hintergründe und das kulturelle Vermächtnis
weiterzugeben. In zahlreichen Projekten und mit großem Engagement wird heute für
die Wiederbelebung der reichen Traditionen und für ein
Wiedererlangen der
Souveränität
gekämpft.